Berlin im Herbst 1989 - das war eine Stadt, geteilt in zwei weitgehend unabhängig voneinander lebende Hälften. West-Berlin hatte keine direkten Verbindungen zum Umland.

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, sollte sich zeigen, wie gerade im Bereich des Verkehrsangebotes - trotz Mauern, getrennten Gleisen und stillgelegten Bahnhöfen - rasch alte Verbindungen reaktiviert wurden.

Der öffentliche Personenverkehr in und um Berlin hat in den Wochen und Monaten nach dem Mauerfall viele Begegnungen ermöglicht. Er machte für viele DDR-Bürger den Traum war, einmal „vor der Rente“ zum Ku’damm fahren zu können, Synonym für das Reisen ohne staatliche Bevormundung. Dass dieser Traum ohne ökologischen und verkehrlichen Kollaps Wirklichkeit wurde, war das Verdienst der öffentlichen Verkehrsbetriebe und ihrer engagierten Mitarbeiter in Ost und West. Sie haben mit Entscheidungsfreude und Improvisationskunst - und vielen, vielen Überstunden - Bahnen und Busse am Laufen gehalten.

Mit dieser virtuellen Ausstellung, die erstmals im August und September 2009 mit Förderung der Bundesstiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam gezeigt wurde, wird an Ereignisse, Akteure, Maßnahmen und Leistungen dieser Tage und Wochen erinnert. Der Blick fällt dabei auf die S-Bahn und die U-Bahn, den Busverkehr und den Bahnverkehr der Deutschen Reichsbahn in Ost und West. Ein Überblick über die Situation der geteilten Stadt vor dem Mauerfall und die politischen Ereignisse, die mit friedlichen Mitteln zur Überwindung von Mauer und Schießbefehl geführt haben, erlauben die Einordnung und die Würdigung der historisch bedeutenden Ereignisse.