Etappenweise voran

Noch vor der Vegetationsperiode des Frühjahr 1990 begannen auf West-Berliner Gebiet die ersten Rodungsarbeiten auf den neuen alten Bahntrassen. Dennoch waren viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bis es hieß: ‚Fahrt frei!‘.

Festlegung der Strecken

Zwar hat sich die Bundesregierung grundsätzlich dazu bekannt, das S-Bahnnetz von vor 1961 wieder herzustellen. Dennoch waren (und sind) viele Einzelaspekte zu klären: Wo ist eine S-Bahn, wo eine Regionalbahn sinnvoll? Wo ist inzwischen ein anderes Verkehrsangebot (z. B. U-Bahn) geschaffen worden? Sind einzelne Strecken heute noch wirtschaftlich zu betreiben? Die nach wie vor aktuellen Diskussionen um die Stammbahn im Süden Berlins oder die Verlängerung der S-Bahn von Spandau nach Falkensee zeigen die Aktualität der Fragen.

Klärung der Betreiberfrage

Nach der Wende stellte sich rasch die Frage, wer künftig Betreiber der S-Bahn sein wird und wie sie zu finanzieren ist; die Diskussion um die Bahnreform und die Privatisierung der Bahn und öffentlicher Leistungen kam hinzu. Das war ein schwieriges Klima für finanziell weitreichende Entscheidungen. Teilweise werden diese Fragen auch heute neu gestellt.

Finanzierung

Die Wiederherstellung aller unterbrochenen S-Bahnverbindungen und zugleich der teilungsbedingte Nachholbedarf bei Instandsetzung und Modernisierung des Bestandes in Ost und West waren eine milliardenschwere Angelegenheit, die nur gestreckt über viele Jahre möglich war.

Durchführung der Baumaßnahmen

In der Regel waren selbst reine Lückenschlüsse, wo „nur“ die Gleisverbindung zwischen zwei Bahnhöfen fehlte, aufwendige Neubauten (und diese Fälle waren selten!). Brücken, Gleise, Kabel, Signale, Bahnhöfe und selbst Bahndämme waren teilweise von Grund auf neu anzulegen.

Durch die Stilllegung von mehr als 50 Prozent des früheren S-Bahnnetzes in West-Berlin in den Jahren 1980 und 1984 fehlten vielfach die „Anbindungsvoraussetzungen“. Erst mussten die innerstädtischen Verbindungen wiederaufgebaut werden, ehe man daran denken konnte, auch die Vororte wieder anzuschließen. Da es sich rechtlich zum Teil um Neubaumaßnahmen handelte, waren auch erhöhte Anforderungen an Beteiligungsverfahren und Umweltschutz zu berücksichtigen.

Weiterhin noch offene Lücken

Die Zukunft verschiedener bis 1961 von der elektrischen S-Bahn befahrener Strecken ist auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch ungewiss:

• Spandau - Falkensee

• Wannsee - Stahnsdorf

• Blankenfelde - Rangsdorf

• Hennigsdorf - Velten.