Der S-Bahnhof Bornholmer Straße liegt unter der Bösebrücke, die Wedding (West) und Prenzlauer Berg (Ost) miteinander verbindet (oder lange voneinander trennte...). Am 13. August 1961 war die mitten im Grenzgebiet liegende Station geschlossen worden. Der hier vorbeiführende und einst verflochtene Betrieb aus Ost und West wurde getrennt und durch hohe Mauern gegeneinander abgeschirmt. Der stillgelegte und langsam verfallene Bahnhof wurde zum Beobachtungsposten Richtung Westen und für die nahegelegene Grenzübergangsstelle.

Als am 9. November 1989 hier der erste Schlagbaum hochging, die Mauer fiel und Tausende sich Richtung Westen drängten, blieb der ramponierte Bahnhof im Abseits. Erst am 22. Dezember 1990 hielt hier erstmals wieder ein Zug auf der Fahrt von Frohnau nach Wannsee. Die Züge des östlichen Netzes rollten auf den im Herbst 1961 gebauten separaten Gleisen vorbei.

Am 5. August 1991 wurde auf der Ostseite ein zweiter, zunächst provisorischer Bahnhof angelegt, ohne die Gleisanlagen zu verändern. Seitdem war hier das Um- und Aussteigen auch aus Richtung Pankow bzw. Ostring wieder möglich. Im Jahr 2001 wurden die völlig umgestalteten Gleisanlagen wieder in der alten Station vereint. Und auf der Bösebrücke fährt wieder die Straßenbahn.