Vor 1939 war der Potsdamer Platz das pulsierende Zentrum der Metropole. Der Bombenkrieg und die Ziehung der Sektorengrenze quer über den Platz im Frühjahr 1945 beendeten für lange Zeit den Anspruch, Berlins Picadilly Circus zu sein. Schwarzmarkt, Grenz- und Zollkontrollen, Parolen hin- und herüber, Schüsse am 17. Juni 1953, prägten in den 1950er Jahren das Bild des Potsdamer und des benachbarten Leipziger Platzes. Nur wenig war von der alten baulichen Pracht erhalten geblieben.

Der 13. August 1961 gab dem Platz den Rest. Im Westen belebten nur noch Touristen, die von der Aussichtsplattform einen Blick auf den Todesstreifen warfen, den Platz. Jenseits der Mauer: Grenzsoldaten, Kaninchen, Gras, Öde...

Im Untergrund - bei S- und U-Bahn - dasselbe Bild: der U-Bahnhof war seit August 1961 stillgelegt. Der S-Bahnhof war zum „Geisterbahnhof“ geworden, den die Züge des West-S-Bahnnetzes ohne Halt durchfuhren. Fahles Licht, abgefallene Fliesen, vermauerte Zugänge, Sehschlitze, hinter denen man die selbst eingesperrten Bewacher erahnte. Das einst belebte Zwischengeschoss war verrümpelt und Lagerplatz für Stacheldraht, Betonplatten deckten die meisten Zugänge ab.

Im November 1989 rückte der Potsdamer Platz wieder in den Fokus des Weltgeschehens. Rasch wurde eine Bresche in die Mauer geschlagen. Städtebauliche Pläne wurden entwickelt. Die alte Pracht sollte neu entstehen, Firmen wie Sony und Daimler-Benz traten auf.

Ehrgeizige Pläne gab es auch für den Nahverkehr:

  • Wiedereröffnung und Sanierung der S- und U-Bahnhöfe
  • Bau eines Regionalbahnhofes im Zuge des neuen Nord-Süd-Fernbahntunnels
  • Berücksichtigung einer neuen U-Bahnlinie unter der Leipziger Straße und
  • Anlage einer Straßenbahnlinie.

Die Eröffnungsdaten zu einem Verkehrsknoten ersten Ranges waren:

  • 1. März 1992: Eröffnung des S-Bahnhofes in noch provisorischer Form
  • 13. November 1993: Wiederherstellung der U-Bahn
  • 1996: weitgehender Abschluß der Sanierung des S-Bahnhofes
  • 28. Mai 2006: Eröffnung des Regionalbahnhofes