Der Bau der Mauer am 13. August 1961 spaltete die Netze von S- und U-Bahn in zwei voneinander unabhängige Systeme.

Stillgelegte S-Bahnstrecken

  • 12 Strecken mit insgesamt 36,38 Kilometer Länge zwischen den Stadthälften und dem Umland eingestellt,
  • 9 S-Bahnhöfe geschlossen und
  • 9 weitere verloren den elektrischen Betrieb - die Nordsüd-S-Bahn zur unterirdischen Transitstrecke unter Ost-Berlin.

Stillgelegte U-Bahnstrecken

Die U-Bahnlinien C und D (heute U 6 und U 8) wurden zu unterirdischen Transitstrecken, 13 Bahnhöfe wurden komplett geschlossen.
Zwei Streckenabschnitte der U-Bahn wurden stillgelegt (Schlesisches Tor - Warschauer Brücke (Linie B, heute U 1) und Gleisdreieck - Potsdamer Platz - Thälmannplatz (heute Mohrenstraße; Linie A, heute U 2), die Stationen Potsdamer Platz und Warschauer Brücke wurden geschlossen.

Weitere Auswirkungen

Der Bus- und Straßenbahnverkehr zwischen den Stadthälften sowie West-Berlin und seinem Umland war bereits in den 1950er Jahren unterbrochen worden. Auch im Eisenbahnverkehr war die westliche Stadthälfte schon lange vor dem Mauerbau weitgehend isoliert. Es gab nur noch die wenigen Interzonenzüge; der Bahnhof Zoo war lange der einzige Fernbahnhof in West-Berlin. Der Fußgänger- und Autoverkehr zwischen den beiden Stadthälften wurde ab dem 13. August 1961 auf wenige Übergänge (hier die westlichen Namen von Nord nach Süd) begrenzt:

  • Bornholmer Straße für Bürger aus BRD, West-Berlin und DDR,
  • Chausseestraße für Bürger aus DDR und West-Berlin-Invalidenstraße für Bürger aus DDR und West-Berlin,
  • Checkpoint Charlie für Alliierte, Ausländer und Diplomaten,
  • Prinzenstraße für Bürger aus BRD und DDR, Diplomaten,
  • Oberbaumbrücke für Bürger aus DDR und West-Berlin (nur Fußgänger) und
  • Sonnenallee für Bürger aus DDR und West-Berlin.

Übergangsstellen Richtung BRD/ins Umland (zunächst nur für den Interzonen-/Transitverkehr) waren nach dem Mauerbau:

  • Heerstraße (später Heiligensee) nach Hamburg und
  • Dreilinden Richtung Westen und Süden.

Im Gegensatz zu den Bürgern der Bundesrepublik konnten die West-Berliner erst ab 1972 wieder regelmäßig in den Ostteil der Stadt bzw. in die DDR einreisen.

1989: Zwei Welten in einer Stadt

Zu Anfang des Jahres 1989 bestand Berlin aus zwei Hälften, die kein Ganzes ergaben. Beide Stadthälften waren das "Schaufenster" des jeweiligen Systems.

West-Berlin: von einer Mauer umgeben und trotzdem frei und zugleich hochsubventioniert von der Bundesregierung, offen für gesellschaftliche Experimente und doch mit Zukunftsangst. Ost-Berlin: wirtschaftliches, kulturelles und politisches Zentrum der sich selbstbewusst gebenden DDR und doch an allen Ecken zerfallend und unter strenger Kontrolle von Polizei und Staatssicherheit (MfS).

Der Öffentliche Nahverkehr

Im Bereich des Verkehrs waren die beiden Stadthälften sehr verschieden. In West-Berlin dominierte der Pkw die Stadt- und Verkehrsentwicklung. Der Öffentliche Nahverkehr wurde vorwiegend mit Bussen und U-Bahnen abgewickelt. Die S-Bahn führte trotz der Übernahme durch die BVG 1984 - und das damit verbundene Ende des S-Bahn-Boykotts - nur ein Schattendasein. Nur rund die Hälfte des westlichen S-Bahnnetzes war in Betrieb.

In Ost-Berlin bildeten S-Bahn und Straßenbahn das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs, ergänzt um das heute Regionalverkehr genannte Angebot der Reichsbahn. Die Bedeutung des Autoverkehrs war deutlich geringer als im Westen - auch wenn sich viele ein Auto wünschten. Die starke Nutzung des öffentlichen Nahverkehrsnetzes einerseits und die begrenzten volkswirtschaftlichen Möglichkeiten der DDR andererseits führten dazu, dass die Netze zwar ausgebaut wurden (z. B. Richtung Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf), die Instandhaltung und die Anschaffung neuer Fahrzeuge blieb weit hinter dem Bedarf zurück. Es wurde teilweise auf Verschleiß gefahren.

Mit dem Umland war Ost-Berlin wie jede Großstadt eng verbunden. In westlicher Richtung, z. B. Potsdam oder Nauen, musste man aber stets West-Berlin umfahren, z. B. mit der Bahn über den Berliner Außenring. Zwischen West-Berlin und dem Umland gab es nur zwei spärliche Busverbindungen.