19. Januar 1989 SED-Generalsekretär Erich Honecker erklärt, dass die Mauer auch in 50 oder 100 Jahren noch steht, wenn ihre Ursachen nicht beseitigt wären.
6. Februar 1989 Chris Gueffroy wird das letzte Opfer des Schießbefehls an der Berliner Mauer.
4. April 1989 Aufhebung des Schießbefehls; seit diesem Tag durfte nur noch zur Selbstverteidigung geschossen werden.
2. Mai 1989 Öffnung der Grenze zwischen Ungarn und Österreich, das erste "Loch" im Eisernen Vorhang.
7. Mai 1989 Kommunalwahlen in der DDR, vielerorts werden Wahlfälschungen kritisiert.
4. Juni 1989 Blutige Unterdrückung der Proteste in der Volksrepublik China; die DDR-Führung äußert ihr Verständnis zur "Niederschlagung einer Konterrevolution". In Polen finden die ersten freien Wahlen in einem Ostblock-Land statt.
4. September 1989 Beginn der "Montagsdemonstrationen" in Leipzig.
10. September 1989 Ungarn erlaubt offiziell die Ausreise von DDR-Bürgern über seine Grenze nach Österreich.
30. September 1989 5.500 in die Botschaft der BRD in Prag geflüchtete DDR-Bürger erhalten die Ausreisegenehmigung nach Westdeutschland.
4. bis 8. Oktober 1989 In Zusammenhang mit dem Transport der Prager Botschaftsflüchtlinge durch die DDR kommt es in Dresden zu tage-langen schweren Zusammenstößen.
7. Oktober 1989 "Tag der Republik": Offizielle Feiern und Demonstrationen einerseits, brutal niedergeschlagene Demonstrationen und willkürliche Massenverhaftungen anderseits markieren den (letzten) Jahrestag der DDR-Gründung.
9. Oktober 1989 In Leipzig demonstrieren rund 70.000 Menschen friedlich für einen demokratischen Wandel in der DDR.
18. Oktober 1989 SED-Generalsekretär Erich Honecker tritt zurück, Egon Krenz wird sein Nachfolger.
29. Oktober 1989 Treffen zwischen dem Regierenden Bürger-meister von West-Berlin Walter Momper, dem SED-Bezirkssekretär Günter Schabowski und dem Oberbürgermeister von Ost-Berlin Erhard Krack. Der Senat installiert daraufhin eine Projektgruppe zur Vorbereitung technischer und verkehrlicher Maßnahmen nach einer Öffnung der Mauer.
4. November 1989 Rund 500.000 Menschen demonstrieren auf dem Alexanderplatz für eine demokratisierte DDR.
9. November 1989 Nach der berühmten Pressekonferenz von Günter Schabowski strömen Zehntausende zu den Grenzübergängen nach West-Berlin und begehren Durchlass; die Mauer fällt.
13. November 1989 Hans Modrow wird von der Volkskammer zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt.
28. November 1989 Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl legt ein 10-Punkte-Programm zur Einheit Deutschlands vor.
3. Dezember 1989 Auflösung des Politbüros und des Zentralkomitees der SED.
7. Dezember 1989 Beginn der Gespräche am Runden Tisch über eine neue DDR-Verfassung.
24. Dezember 1989 Abschaffung der Visa-Pflicht und des Zwangsumtausches für Bürger aus der BRD bzw. West-Berlin. Nun kann ungehindert in beide Richtungen über die deutsch-deutsche Grenze gereist werden.
18. März 1990 Volkskammerwahl in der DDR, Lothar de Mazière (CDU) wird erster demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR.
5. Mai 1990 Beginn der "Zwei-plus-Vier-Gespräche" über die Einheit Deutschlands.
6. Mai 1990 Erste demokratische Kommunalwahlen in der DDR.
12. Juni 1990 Erste gemeinsame Sitzung des West-Berliner Senats und des Ost-Berliner Magistrats.
1. Juli 1990 Herstellung der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion mit Einführung der D-Mark in der DDR; Abschaf-
fung aller Grenzkontrollen.
23. August 1990 Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes zum 3. Oktober 1990.
12. September 1990 Abschluß der Zwei-plus-Vier-Vereinbarungen zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten über die Souveränität Gesamtdeutschlands.
20. September 1990 Bundestag und Volkskammer beschließen den Einigungsvertrag.
3. Oktober 1990 Herstellung der Einheit Deutschlands.