Die Berliner S-Bahn war über Jahrzehnte Spielball der Politik; sie spiegelt die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Etwas Vergleichbares gibt es sonst nirgends.

Die Nazi-Diktatur missbrauchte die S-Bahn, bei der Olympiade1936, um ihre Vorzüge zu präsentieren und ab 1939, um die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten. 1945 wurde die S-Bahn Frontlinie.

Zugleich war die S-Bahn Bindeglied zwischen Ost und West – „eine Bahn für zwei Systeme“- betrieblich, technisch, personell; unter dem anachronistischen Namen „Deutsche Reichsbahn“. Nirgendwo sonst ist die Absurdität von Teilung und Zusammenarbeit so hautnah zu vermitteln wie mit der S-Bahn-Geschichte.

Nach der Widervereinigung Berlin 1990 waren ihr Wiederaufbau und das Zusammenfügen der geteilten Strecken ein wichtiges Symbol für das Wiederzusammenwachsen der beiden Stadthälften.

Selbst die technischen und betrieblichen Probleme der letzten Jahre sind wegen der ursächlichen überzogenen Privatisierungskampagne als Spiegelbild gesellschaftlicher Einflüsse interpretierbar.

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