Berlin war im 19. und 20. Jahrhundert die größte Industriestadt Europas. Zahlreich sind die Denkmale dieser Epoche. Die S-Bahn war zugleich Ergebnis und Voraussetzung des Wachstums der Metropole. Sie war Produkt der hiesigen Bahn- und Elektroindustrie. Und ohne sie würden Stadt und Region heute nicht funktionieren.

Der zunächst bescheidene, privatwirtschaftlich vorangetriebene Ausbau des Bahnnetzes im Berliner Raum ab 1838 erhielt nach der Reichsgründung 1870/71 und dank staatlicher Initiative einen enormen Schub. Mit der Ringbahn (1871 und 1877) und der Stadtbahn (1882) entstand ein die Innenstadt und die vielen Vororte vernetzendes Bahnsystem, das die dynamische Entwicklung zur Großstadtregion bis 1914 erlaubt. Die Bildung der Kgl. Eisenbahndirektion Berlin 1895 nahm die Schaffung Groß-Berlins 1920 schon ein Vierteljahrhundert vorher vorweg.

Die Weimarer Republik schuf die Voraussetzungen zur technischen Modernisierung der Bahn und machte sie weiterhin zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel der Stadt – es war im internationalen Vergleich vorbildlich. S-Bahn und Elektropolis gehören zusammen.

Zumindest für den früheren Ostteil der Stadt war die S-Bahn auch nach 1945 die zentrale Voraussetzung für die Stadtentwicklung. Marzahn und Hohenschönhausen ohne die S-Bahn? Undenkbar!

Nach 1990 und umfangreichen Erneuerungen, z.B. am Bf. Ostkreuz, ist die S-Bahn für die Bewohner der Stadt wie für alle Besucher wieder das „Gesicht des Öffentlichen Nahverkehrs“.

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